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Über Märchen

Das Wort Märchen wird von dem altmittelhochdeutschen Wort Maere abgleitet, was "Kunde" oder "Nachricht" bedeutet, denn Märchen wurden meist mündlich überliefert. Märchen waren nicht nur für Kinder gedacht, sondern auch viele Erwachsene erzählten sich diese phantastischen Geschichten.

Viele Märchen zeigen, was den Menschen Kummer bereitete, z.B. ein schlechter König, Krieg oder Armut und sozialer Notstand. Das Märchen gab den Menschen die Möglichkeit, über ihre Wünsche und Träume zu sprechen und sich eine gerechte Welt vorzustellen, in der das Gute siegt. Ein wichtiges Merkmal ist, dass fast alle Märchen ein gutes Ende haben. Das Böse wird durch das Gute besiegt, der schlechte König wird abgesetzt, oder er erkennt seine Fehler und bessert sich, der Prinz heiratet eine Müllertochter und der Bauernsohn eine Prinzessin.

Märchen lassen sich in viele Gattungen einteilen. Die zwei Hauptformen sind Volksmärchen und Kunstmärchen.

Volksmärchen wurden meist mündlich übertragen. Man erzählte sie sich z.B. auf Jahrmärkten, an Festtagen oder am Abend nach der Arbeit. Sie dienten vor allem der Unterhaltung des einfachen Volkes.
In der Zeit der Romantik im 19. Jahrhundert wurden viele Volksmärchen gesammelt und in Büchern aufgeschrieben. Die bekanntesten deutschsprachigen Sammlungen sind die "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm und das "Deutsche Märchenbuch" von Ludwig Bechstein.

Kunstmärchen wurden von Schriftstellern bzw. Dichtern erfunden und niedergeschrieben. Während in den Volksmärchen, die Hoffnung auf ein glücklicheres und besseres Leben der Menschen zum Ausdruck kommt, kritisieren Kunstmärchen meist auf sehr direkte Art die Probleme in der Gesellschaft. Häufig verwendet der Dichter die Form der Satire, um gesellschaftliche Mißstände anzuprangern. Bekannte Märchendichter sind z.B. Hans Christian Andersen, Wilhelm Hauff, E.T.A. Hoffmann, Oscar Wilde oder Charles Dickens.